Überblick Imi Knoebel, Gelb mit Kreuz, 1995
Gelb mit Kreuz
Siebdruck auf Bütten ; 1995 ; Darstellung:Blatt: je 125,5 x 125,5cm
Signiert und "29 /40" nummeriert
Druck: Domberger, Stuttgart; Herausgeber: Achenbach Art Edition, Düsseldorf
Provenienz:
Privatsammlung Düsseldorf
Als Meisterschüler von Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf, belegt Imi Knoebel mit seinem besten Freund Imi Giese, und zeitweise mit Jörg Immendorf und Blinky Palermo, den Raum 19, den er später in einem gleichnamigen, zentralen Werk thematisieren wird. Inspiriert von seinem Lehrer, aber mit einer völlig anderen Formensprache, entwickelt Knoebel, eine abstrakte, minimalistische Ausdrucksform. Er benutzt industriell hergestellte Farben und Materialien, wie beispielsweise Türblätter, Hartfaserplatten, Pappe oder Aluminiumschienen. Diese Materialien ordnet er meist schichtweise im Raum, was den Arbeiten etwas Dreidimensionales verleiht und an Skulpturen oder Installationen denken lässt. Dennoch sind sie für Knoebel vielmehr Kunstwerke, die in der Tradition der Tafelmalerei stehen und von Künstlern wie Malewitsch oder Mondrian inspiriert sind. Knoebel verwendet alles, was bisher von Künstlern geschaffen wurde als sein Repertoire – sein Material. Diese Tradition stellt er jedoch kontinuierlich in Frage und experimentiert mit den Möglichkeiten und Grenzen der abstrakten Kunst. Das sinnliche Erleben des Werks steht bei ihm im Vordergrund und nicht seine rationale Interpretation.
Farben spielen bei Knoebel eine wichtige Rolle, deshalb wählt er sie mit großer Sorgfalt. Nicht umsonst nennt ihn Rudi Fuchs einen »Magier der Farben – Farben, die außerordentlich sinnlich sind«. Einige seiner Bildserien bestehen nur aus den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau. So zum Beispiel auch unsere Siebdrucke »Gelb mit Kreuz«, »Rot mit Kreuz« und »Blau mit Kreuz«, alle aus dem Jahr 1995.
Häufig verwendet Knoebel jedoch Farben, die keiner Farbtheorie folgen und sich schwer beschreiben lassen. Er hat immer eine genaue Vorstellung, welche Farben er verwenden möchte und sucht teilweise lange, manchmal sogar erfolglos nach ihnen. Lachsrosa, ein kräftiges Orange, helles Babyblau, ein noch hellerer, seidig schimmernder Perlmuttton, sowie Schwarz sind die Farben, die er für »Ohne Titel« von 1998 wählt. Mit deutlichen, die Oberfläche strukturierenden Pinselstrichen in Acryl trägt er sie auf den Karton auf. Die vier, farbigen Papierstreifen sind auf den zu unterst liegenden, hochrechteckigen, rosafarbenen Karton entlang des Randes aufgebracht. Diese typische Anordnung, die Knoebel in vielen Serien dieser Zeit vornimmt, mag – vielleicht auch nur insofern man mit Knoebels Werk vertraut ist – den Gedanken an stark abstrahierte Gesichter oder Portraits evozieren, die der Betrachter im Werk zu finden versucht. Das Kunstwerk transformiert und komplettiert sich also erst in dessen Vorstellung, indem er das Gesicht ins Bild hineinliest.
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