Überblick George Rickey, One Up One Down Oblique, Var. III, 1975
One Up One Down Oblique, Var. III
Edelstahl ; 1975 ; Klinge: je 46 cm | 18 inHöhe: 54 cm | 21 1/4 in
Signiert, datiert und "1 /3" nummeriert auf der Plinthe
Die Plinthe aus Edelstahl ist auf einen Edelstahlsockel geschraubt
Provenienz:
Privatsammlung New York
Ausstellung:
Galerie Ludorff, "Formen der Abstraktion", Düsseldorf 2015
Berlinische Galerie, "George Rickey in Berlin: 1967-1992", Berlin 1992
Literatur:
Galerie Ludorff, "Formen der Abstraktion", Düsseldorf 2015
Jörn Merkert/Ursula Prinz, "George Rickey in Berlin: 1967-1992 – die Sammlung d. Berlinischen Galerie", Berlin 1992
George Rickey baut seine fragilen Skulpturen mithilfe von technischen Elementen, die er in ein labiles Gleichgewicht setzt. Die kleinen kinetischen Objekte setzen sich bereits durch Luftzüge oder kleinste Erschütterungen im Raum in Bewegung und entfalten im langsamen Auspendeln ihren poetischen Charme.
Geboren 1907 in Indiana, erarbeitet sich Rickey erst ab 1945 das Feld der Skulptur, nachdem er sich zunächst mit konstruktivistischer Malerei auseinander gesetzt hat. Seine vorherige Praxis als Ingenieur beim U.S. Air Corps, integriert er dabei harmonisch und gewinnbringend in sein künstlerisches Schaffen. Das natürliche Interesse an Mathematik und Logik verarbeitet er wie kein anderer beispielhaft in seinen Werken, die, egal welche Größe sie annehmen, immer etwas Tänzerisches und Leichtes ausstrahlen. Er verknüpft in seinen kinetischen Skulpturen Kunst, Mechanik und physikalische Gesetzmäßigkeiten und unterwirft sie einer übergeordneten Harmonie. Das Ergebnis sind Bewegungen einer streng berechneten Logik, die gänzlich ohne Hilfsmotoren oder Elektronik auskommen. Erst die mechanische Perfektion erlaubt es, diese delikaten Skulpturen – meist aus poliertem Stahl – scheinbar schwebend zu konstruieren.
»One Up One Down Oblique, Var. III« ist ein solches Beispiel, bei der sich zwei Klingen als Tanzpaar gegenüberstehen. Der Takt der Klingen obliegt der Lust und dem Willen des Betrachters, wie die Klingen in jedweder Formation zu- oder miteinander schwingen. Einmal in Bewegung scheinen sie sich über einen langen Zeitraum der Erdanziehung zu widersetzen bis sie schließlich wieder zu sich kommen und in ihre Ausgangslage zurückfinden. Der schmale Steg tritt dabei dezent in den Hintergrund und erlaubt der Skulptur ihr Potenzial zu entfalten. Wie zugeschnitten auf George Rickeys Werk liest man in »Über das Verhältnis der schönen Künste zur Natur« von 1802 von August Wilhelm Schlegel: »Die Kunst soll die Natur nachahmen. Das heißt nämlich, sie soll, wie die Natur, selbstständig schaffend, organisiert und organisierend, lebendige Werke bilden, die nicht erst durch einen fremden Mechanismus, wie etwa eine Pendeluhr, sondern durch eine innewohne Kraft, wie das Sonnensystem beweglich sind und vollendet zu sich zurückkehren.«1)

1) Jörn Merkert/Ursula Prinz, »George Rickey in Berlin: 1967-1992 – die Sammlung d. Berlinischen Galerie«, Berlin 1992, S. 62
Für weitere Informationen senden Sie bitte eine Email an: mail@ludorff.com