Otto Piene. Black Melt & Light Rays

Otto Piene. Black Melt & Light Rays

Black Melt & Light Rays

21. November 2016 – 18. Februar 2017
Eröffnung: 20. November 2016, 12 – 14 Uhr

Elizabeth Goldring-Piene ist anwesend


Presseinformation

Die Galerie Ludorff freut sich, erstmals dem Schaffen von Otto Piene eine Einzelausstellung widmen zu dürfen. Unter dem Titel „Piene. Black Melt & Light Rays“ (20. November 2016 bis 18. Februar 2017) werden insgesamt 26 Werke präsentiert, die in enger Zusammenarbeit mit dem Nachlass des Künstlers unter Führung von Elizabeth Goldring-Piene ausgewählt wurden. Darunter befinden sich zahlreiche Arbeiten, die erstmalig öffentlich zu sehen sein werden.
Die immense internationale Wertschätzung des Mitbegründers der ZERO-Gruppe manifestiert sich in der großen Anzahl jüngster Einzelausstellungen in erstrangigen Museen wie etwa der Neuen Nationalgalerie (Berlin, 2014), dem Guggenheim Museum (New York, 2014), der Langen Foundation (Neuss, 2014) dem Stedeljijk Museum (Amsterdam, 2015) sowie dem Teheran Museum of Contemporary Art (2016).
Im Zentrum von Otto Pienes Schaffen stehen seit den 1950er Jahren die Themen Licht, Raum, Bewegung und Farbe. „Licht ist die erste Bedingung aller Sichtbarkeit. […] Licht ist das Lebenselement des Menschen und des Bildes“, hält Piene 1958 fest.
Das Licht als autonome Erfahrung bildet das Leitmotiv in Pienes Werk. Piene ist begeistert von der Möglichkeit‚ Naturphänomene sichtbar zu machen. Getrieben von diesem Neuen Idealismus, möchte er unter Einsatz modernster Techniken und reiner Farben neue Dimensionen ästhetischer Erfahrung öffnen. So experimentiert er mit unterschiedlichen Methoden, Licht künstlerisch sichtbar zu machen. Pionierarbeit leistet er auch mit dem Einsatz von Feuer als grundlegendem Gestaltungsmittel in der Malerei. Während er in den 1950er Jahren zunächst noch eher zaghaft mit Ruß arbeitet, den er mittels brennender Kerzen auf die Leinwand überträgt, geht er ab Anfang der 1960er Jahre dazu über, seine Werke direkt in Brand zu setzen. Auf diese Weise wandelt sich die destruktive Kraft der Flamme zu einem Instrument der Transformation und kreativen Neuschöpfung.
Der künstlerische Neubeginn, den die Zero-Gruppe versprach, wird im Akt der Verbrennung am radikalsten umgesetzt, da sich der Künstler damit den Naturkräften unterordnet.
Die Verschmelzung von Pigmenten, Malgrund und Ruß bilden im Verlauf zirkulare Formen, deren Mitte wie bei „Black Melt“ (2014) von einem tiefschwarzen Kreisrund dominiert wird, welches alles Licht zu absorbieren scheint. Diese verbrannten Formen stehen oft im starken Kontrast zu den Bildgründen, die in leuchtenden Primärfarben gehalten werden und dem Künstler dabei helfen, die Ergebnisse des Verbrennungsprozesses, sozusagen bei Licht, zu präsentieren. Mit poetisierenden Titeln wie „Mondfähre“ (1981), „Feuerblume“ (1964) oder „Pfauenauge“ (2006) öffnet Piene zusätzliche Deutungsspielräume.
Neben ausgewählten Editionen, konzentriert sich die Ausstellung auf die charakteristischen Feuerbilder und Gouachen aus fünf Jahrzehnten intensiver Schaffenszeit. Zur Ausstellung erscheint ein ausführlicher Katalog mit einem Beitrag von Philipp Ziegler.

Pressekontakt: Jana Strippel

0179-6834958 | jana.strippel@gmx.de