Emil Nolde

Biografie



1867

Emil Nolde wird am 7. August als Sohn eines Bauern im Dorf Nolde bei Tondern geboren. Sein Familienname ist Hansen, 1902 nimmt er den Namen Nolde an.

 

1884-1891

Ausbildung als Möbelzeichner und Schnitzer in der Sauermannschen Möbelfabrik in Flensburg bis1888. Danach in verschiedenen Möbelfabriken in München, Karlsruhe und Berlin tätig.

 

1892-1897

Lehrer für ornamentales Zeichnen und Modellieren am Industrie- und Gewerbemuseum in St. Gallen.

Erste Landschaftsaquarelle und Zeichnungen der Bergbauern. Publikation farbiger Zeichnungen als  „Alpenpostkarten“ im Selbstverlag. Der finanzielle Erfolg ermöglicht es ihm, das Lehramt aufzugeben, um freier Maler zu werden.

 

1898-1900

München. Besuch der Malschule von Friedrich Fehr und der Hölzel-Schule in Dachau. Paris: Akademie Julian, Studien im Louvre.

 

1901-1902

Kopenhagen. Sommer im Fischerdorf Lildstrand in Nordjütland. Im Februar 1902 heiratet er Ada Vilstrup, eine dänische Schauspielschülerin. Kopenhagen, Berlin, Flensburg.

 

1903-1905

Nolde mietet ein Fischerhaus auf der Insel Alsen, wo er bis 1916 die längste Zeit des Jahres verbringen wird. Not und Krankheit wurden mit Hilfe von Freunden überstanden. 1904/05

sechs Monate Italien, Taormina, Ischia. Seit 1905 lebt Nolde während der Wintermonate in Berlin. Radierfolge der „Phantasien“.

 

 

1906-1909

Bis Ende 1907 Mitglied der Künstlergruppe „Brücke“. Erste Holzschnitte 1906, Lithographien 1907.

Freundschaft mit K. E. Osthaus und Gustav Schiefler, Zusammentreffen mit Edvard Munch. Mitglied der Berliner Secession. 1909 in Ruttebüll an der Westküste Schleswigs, dort entstehen die ersten religiösen Bilder „Abendmahl“, „Pfingsten“ und „Verspottung“.

 

1910-1912

Erste Erfolge mit Ausstellungen in Hamburg und Essen, Ölbilder, Tuschzeichnungen und Radierungenvom Hamburger Hafen. In Ruttebüll 1910 eine zweite Folge religiöser Bilder. Ablehnung durch die Berliner Secession, Auseinandersetzung mit deren Vorstand, offener Brief gegen Max Liebermann, Nolde wird aus der Berliner Secession ausgeschlossen. Beteiligt bei der Gründung der „Neuen Secession“. Der erste Band von Gustav Schiefler „Das graphische Werk Emil Noldes“ erscheint. Bilder vom Nachtleben in Berlin, Theaterzeichnungen, Studien im Völkerkunde-Museum. Maskenstillleben, 20 „Herbstmeere“,

1911/12 das neunteilige Werk „Das Leben Christi“.

 

1913-1914

In Flensburg entstehen 13 große Farblithographien sowie Keramik. „Demographisches“ Mitglied einer Expedition, die über Moskau, Sibirien, Korea, Japan, China nach Neuguinea führt. Auf der einjährigen Reise entstehen 19 Ölbilder, viele Aquarelle und Zeichnungen.

 

1915-1926

Im Jahre 1915 malt Nolde 88 Gemälde, darunter „Grablegung“ und sechs weitere Bilder mit biblischen Themen. 1917 verlässt er die Insel Alsen und zieht nach Utenwarf an der Westküste nahe Tondern. Auf der Nordsee Hallig Hooge 1919 eine Folge phantastischer Aquarelle. Mitglied im Arbeitsrat für Kunst, Berlin. Als das Land mit Utenwarf, Tondern, und dem Dorf Nolde 1920 an Dänemark kommt, wird er dänischer Staatsbürger. 1921 Paris, England, Spanien, Zürich. Monographie von Max Sauerland, München 1921. 1924  Italien: Venedig, Rapallo, Arezzo und Wien. „Kultivierungs“-Maßnahmen, welche die urtümliche

Landschaft verändern, veranlassen Nolde, 1926 Utenwarf aufzugeben. Wenige Kilometer südlich der Grenze erwirbt er eine alte Warft; nach eigenen Entwürfen Bau des Hauses Seebüll.

 

1927-1932

Umzug von Utenwarf nach Seebüll, Ausbau des Hauses bis 1937. Zum 60. Geburtstag umfassende Ausstellung in Dresden, anschließend Hamburg, Kiel, Essen, Wiesbaden, Ehrendoktor der Universität Kiel. Zweiter Band von Schieflers Œuvre-Katalog der Graphik, 1929, Berlin, der Bau eines Hauses nach Entwürfen von Mies van der Rohe scheitert an Auflagen der Baubehörde. Aufgabe des Ateliers in der Tauentzienstraße, neues Atelier und Wohnung Bayernallee 10. 1930 vier Monate auf der Insel Sylt. 1931 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. 1931-1932 Folge großformatiger Aquarelle „Phantasien“.

 

 

1933-1945

Erkrankung an Magenkrebs und Operation 1935. Zunehmende Angriffe der Nationalsozialisten. In der Aktion „Entartete Kunst“ werden 1052 Werke Noldes aus Museen und eigenem Besitz beschlagnahmt, ein Teil ins Ausland verkauft, anderes verbrannt. 1941 Malverbot. Nolde zieht sich ganz nach Seebüll zurück. 1944 wird seine Berliner Wohnung durch Bomben zerstört. 1938-1945 entstehen in Seebüll trotz Malverbot über tausend kleine Aquarelle, die „Ungemalten Bilder“.

 

1946-1955

1946 stirbt Ada. 1948 heiratet Nolde Jolanthe Erdmann, Tochter des Pianisten Eduard Erdmann. Nach 1945 Auszeichnungen und Ehrungen: Professorentitel durch die Landesregierung Schleswig-Holstein, Stephan-Lochner-Medaille der Stadt Köln, Graphik-Preis der XXVI. Biennale in Venedig, „Pour le mérite“. Von 1945 bis 1951 entstehen noch über hundert Gemälde, bis 1955 Aquarelle.

 

1956

Am 13. April stirbt Emil Nolde. Errichtung der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde