Drawn World

Drawn World.
Zeichnungen von Menzel bis Warhol
Ab dem 14.11.2019 in der Galerie Ludorff

In seiner Einführung in die drei Künste (Malerei, Bildhauerei, Architektur) arbeitet Giorgio Vasari, als einer der ersten Kunsthistoriker, bereits im 16. Jahrhundert heraus, warum dem Medium der Zeichnung mehr Bedeutung beigemessen werden müsse und warum dieses nicht mehr als minder und lediglich vorbereitend gelten dürfe. Losgelöst von seiner zweckgebundenen Einordnung als Skizze oder Vorzeichnung für spätere Hauptwerke erkennt Vasari in der Zeichnung den freien, den Künsten vorangehenden Geist, der in diesen mit großer Eigenständigkeit wirkt. Die Sichtweise Vasaris hat erst ab dem späten 19. Jahrhundert Anerkennung gefunden. Nun wurden Zeichnungen signiert und datiert, zur Präsentation gerahmt und gleichbedeutend neben Gemälden und Skulpturen unter anderem im Pariser Salon ausgestellt und erfolgreich auf dem Kunstmarkt gehandelt.

Ausgangspunkt unserer Ausstellung bilden Arbeiten von Adolph von Menzel. Mit rund 6000 Zeichnungen nimmt er sich im Zeichnen mehr Freiheiten als in der Malerei, wählt willkürliche Bildausschnitte, verwischt Linien und nähert sich schließlich der Abstraktion. Der Aufbruch in das Zeitalter der modernen Zeichnung ist gemacht:

Mit erstrangigen Werken der Deutschen Impressionisten Lovis Corinth, Max Liebermann und Lesser Ury sowie der Expressionisten Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke, Otto Mueller und Karl Schmidt-Rottluff dokumentieren wir den weiteren Lauf der Moderne in Deutschland. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wird mit neusachlichen Zeugnissen von Otto Dix, George Grosz, Karl Hubbuch und Rudolf Schlichter gewürdigt, das Bauhaus ist durch Lyonel Feininger und Paul Klee präsent. Mit Arbeiten von Karl Hofer und Käthe Kollwitz sowie von Pablo Picasso und Egon Schiele werden weitere herausragende Zeichner der Klassischen Moderne gewürdigt.

Um die Vielfalt des Mediums zum Ausdruck zu bringen, wird die ganze technische Bandbreite der Zeichnung präsentiert: Neben Bleistiftstudien werden Werke in Kreide und Pastell, laviert mit Wasser oder Aquarell sowie in Kohle und Tusche gezeigt.

Die Galerie Ludorff verbleibt mit ihrer Ausstellung aber nicht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vielmehr wird der auch in der Zeichnung festzustellende Umschwung und das Neudenken des Mediums in alle Richtungen durch die Präsentation von Arbeiten bedeutender Künstler der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart veranschaulicht. Neben frühen Werken der abstrakten Künstler Hans Hartung, Otto Piene und Bernard Schultze brilliert das Jahrhunderttalent Horst Janssen. Diesen werden Werke führender Zeitgenossen wie etwa von Christo und Richard Long sowie von jüngeren Meistern des Metiers wie Slawomir Elsner und Cornelia Schleime zur Seite gestellt.

Die Ausstellung läuft vom 14. November 2019 bis zum 2. Februar 2020. Es erscheint ein begleitender Katalog mit Essays von Dr. Gunda Luyken, der Leiterin der Graphischen Sammlung am Kunstpalast Düsseldorf sowie von Katharine Stout, der Vizedirektorin des Institute of Contemporary Arts in London.


Übersicht der vertretenen Künstler:

 
Fritz Bleyl | Christo | Lovis Corinth | Otto Dix | Marcel Dzama | Slawomir Elsner | Lyonel Feininger | Karl Otto Götz | George Grosz | Johannes Grützke | Hans Hartung | Erich Heckel | Hermann Hesse | Ferdinand Hodler | Karl Hofer | Karl Hubbuch | Horst Janssen | Ernst Ludwig Kirchner | Paul Klee | Käthe Kollwitz | Wilhelm Lehmbruck  | Max Liebermann | Richard Long | Heinz Mack | August Macke | Adolph von Menzel | Otto Mueller | Thomas Mueller | Emil Nolde | Otto Pankok | Nicholas Party | Pablo Picasso | Otto Piene | Paula Rego | Egon Schiele | David Shrigley | Cornelia Schleime | Oskar Schlemmer | Rudolf Schlichter | Karl Schmidt-Rottluff | Bernard Schultze | Emil Schumacher | Renée Sintenis | Lesser Ury | Andy Warhol