Überblick Rupprecht Geiger, Methapher Zahl 5, 1986/88
Methapher Zahl 5
Farbserigrafie auf Velin mit Büttenrand ; 1986/88 ; 82 x 108 cm
Rückseitig signiert, "1986 /88" datiert, "fünf" betitelt und "14 /90" nummeriert
Provenienz:
Privatsammlung Süddeutschland
Literatur:
Rupprecht-Geiger-Gesellschaft (Hg.), "Rupprecht Geiger. Werkverzeichnis der Druckgrafik 1948-2007", München 2007
Rupprecht Geigers Schaffen wandelte sich von seiner Tätigkeit als Architekt, zum Kriegsmaler, hin zu einem der wegweisenden Hauptvertreter deutscher Farbfeldmalerei nach 1945. Als Gründungsmitglied der Künstlergruppe »ZEN 49« hat er sich wie kaum ein anderer leidenschaftlich der Wirkung von Farbe verschrieben. Seit Mitte der 1960er beschränkt er seine Farbskala zusehends auf Rottöne, die für ihn unterschiedlichste Eigenschaften symbolisieren. Das physische Seh-Erlebnis der Farbe steht für Geiger im Zentrum seines Interesses. Kontrastreich lässt er strenge Formen und Farben in »Variationen« oder »Modulationen« - wie er sie nennt - aufeinandertreffen, um ihnen neue Qualitäten zu entlocken. Neben der Malerei kristallisiert sich das Siebdruckverfahren als wichtiges Arbeitsmittel heraus, um seine Visionen reiner Leuchtkraft verfolgen zu können.
In den Achtzigerjahren entsteht die Grafikmappe »Metapher Zahl« zu welchem auch unsere Serigrafie gehört. Die beiden Worte im Titel stehen sich hierbei gegenüber: Die Zahl, die im Alltag einen konkreten Wert benennbar macht, sowie die Metapher, die als Sprachbild unterschiedliche Dinge in einen Bedeutungszusammenhang stellt. Die künstlerische Interpretation der Nummern 0 – 10 erfolgt in dieser Serie durch die nahezu minimalistische
Kombination von Oval- und Rechteckformen, die Geigers Formenrepertoir entstammen. Wie der Titel bereits verrät, widmet er sich in unserem Blatt der »5«. Einem kleinen horizontalen Rechteck, welches der Farbe des violetten Hintergrundes entspricht, setzt er ein Oval unterhalb entgegen, wodurch sich die Ziffer zu erkennen gibt. In hellen gelb-orange Tönen setzt sich das Oval von den anderen Flächen bewusst, dennoch harmonisch ab. Diese den Bildraum definierenden Farberscheinungen stehen dabei in einem indifferenten Verhältnis und machen
gleichzeitig eine Entscheidung über ihre hierarchischen Wertigkeiten, ihre Vorder- oder Hintergründigkeit nahezu unmöglich.
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