Überblick Hiroshi Sugimoto, North Pacific Ocean, Mount Tamalpais, 1994
North Pacific Ocean, Mount Tamalpais
Silbergelatineabzug ; 1994 ; Darstellung: 42 x 54.3 cm Blatt: 48.5 x 60.5 cm
mit einem Prägestempel "North Pacific Ocean 1 /25 420" versehen sowie handschriftlich auf dem Unterlagekarton signiert, datiert, "North Pacific Ocean Mt Tamalpais" betitelt und nummeriert
Provenienz:
Sonnabend Gallery, New York; Privatsammlung Großbritannien; Phillips, London (13.02.2015 lot. 186); Privatsammlung Gütersloh
Literatur:
Damiani and Matsumoto Editions (Hg.), "Hiroshi Sugimoto: Seascapes", Bologna 2015
Der im Jahre 1948 in Tokio geborene Konzeptfotograf Hiroshi Sugimoto ist bekannt für seine Vorliebe für die Schwarz-Weiß-Fotografie und seinen atmosphärischen Einsatz von Licht und Schatten. Mit Hilfe einer Großbildkamera und sehr langen Belichtungszeiten erschafft er in fortschreitenden Werkserien wie zum Beispiel den »Theatres« (ab 1978) formal stark reduzierte Landschaftsaufnahmen und Raumansichten, die den Betrachter durch ihre unwirkliche Ausstrahlung in kontemplatives Nachsinnen versetzen. Eine Thematik, die sich dabei wie ein roter Faden durch all seine Serien zieht, ist die der Erinnerung und wie diese dargestellt und erhalten wird. So finden sich in seinen Fotografien häufig Motive, die diesen
Aspekt der Erinnerungserhaltung oder der Vergangenheitsdarstellung
aufgreifen: Wachsfigurenkabinette, Kinos, sogar Dioramen in Museen.
Seine fortlaufende Werkreihe der »Seascapes« umfasst seit 1980 mehr als 200 monochrome Fotografien aller Weltmeere und Ozeane und beschäftigt sich explizit mit dem Motiv des Meeres als unveränderliche Konstante in sowohl der Erdgeschichte als auch dem kollektiven Gedächtnis. Spezifischer fragt Sugimoto, ob es einem Menschen der heutigen Zeit möglich sei, eine Szenerie genauso wahrzunehmen wie unsere Vorfahren vor tausenden von Jahren und schlussfolgert, dass alles auf der Welt – selbst die Topographien der Kontinente – einem permanenten Wandel unterworfen ist, nur die Ozeane die einzige Ausnahme zu bilden scheinen. Die See versteht Sugimoto nicht nur als Naturgewalt, vielmehr als Wiege allen irdischen Lebens. Zur Veranschaulichung dieser zeitlosen und ursprünglichen Gestalt reduziert er die Darstellungen auf ihre wortwörtlich elementarsten Bestandteile und Abläufe. So auch in den vorliegenden Werken aus den Jahren 1994 und 1997, in denen die Bewegungsmuster der Wellen in die Weite eines zu erahnenden Horizontes verlaufen, bis diese schließlich im dichten Nebel aufgelöst werden und ein Gefühl der Unendlichkeit vermitteln.
Für weitere Informationen senden Sie bitte eine Email an: mail@ludorff.com