Überblick Karin Kneffel, Ohne Titel (Haus Esters), 2010
Ohne Titel (Haus Esters)
Öl auf Leinwand ; 2010 ; 130 x 130 cm
Rückseitig signiert und "2010 /6" datiert
Rückseitig signiert und "2010 /6" datiert
Provenienz:
Atelier der Künstlerin; Galleria Senda, Barcelona; Privatsammlung Spanien
Ausstellung:
Galerie Ludorff, "Open Water", Düsseldorf 2015
Literatur:
Galerie Ludorff, "Open Water", Düsseldorf 2015
Die 1957 in Marl geborene und heute in Düsseldorf lebende Künstlerin Karin Kneffel studierte bis 1987 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf – unter anderem als Meisterschülerin bei Gerhard Richter. In ihrem Frühwerk widmete sie sich der Darstellung von Stalltieren wie Schafen und Rindern in verschiedenen, meist kleinformatigen Portraitansichten in altmeisterlicher Manier. Später erweitert sie ihr OEuvre um fotorealistisch anmutende Darstellungen von Fruchtstillleben, Interieurs und Landschaften. Für ihr Werk benutzt sie typische Genres und stellt diese losgelöst von ihren tradierten Kontexten dar. Als Vorlage dienen ihr Fotografien, welche durch den
Malprozess sublim verfremdet werden, um eine gewollte Irritation während des Betrachtens hervorzurufen. Es mögen zwar die mit den Motiven assoziierten, subjektiven Vorstellungen aufflackern, jedoch werden diese durch die kommentarlose, eher dokumentarisch-geordnete Wiedergabe kontrastiert.
Auch in unseren beiden Werken »Ohne Titel (Pudding)« und »Ohne Titel (Haus Esters)« aus den Jahren 2003 und 2010 fällt die Gradwanderung zwischen Nähe und Distanz auf. Betrachtet man den in Nahansicht dargestellten Pudding in seiner idealisiert-glänzenden Beschaffenheit, rücken seine einladende Form und das schlichte Zusammenspiel der Farben in den Vordergrund.
Dennoch mag auch ein Anklang an die Werbefotografie von inszenierten Nahrungsmitteln mitschwingen, wodurch
auf den Verlust von Qualität in einer konsumorientierten Gesellschaft und das Prinzip der visuellen Verlockung angespielt wird. In diesem Kontext deutet Kneffel auf die Frage nach der Wahrnehmung dargestellter und tatsächlicher Wirklichkeit hin. In der Interieur-Ansicht von »Haus Esters« findet dagegen die Irritation offensichtlicher statt. Durch die überlagernden Wassertropfen, welche das Strahlen einer nicht eindeutig auszumachenden Lichtquelle brechen und die Raumansicht in ein Spektrum diffuser Reflexe tauchen.
Für weitere Informationen senden Sie bitte eine Email an: mail@ludorff.com