Überblick Sam Francis, Untitled (SF63-062), 1963
Untitled (SF63-062)
Acryl auf Papier ; 1963 ; 34 x 25 cm
Rückseitig signiert, datiert und "LA" beschriftet
Provenienz:
Galerie Kornfeld, Bern; Galerie Pudelko, Bonn; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
Ausstellung:
San Francisco Museum of Art / UCLA Art Galleries, Dickson Art Center, "Sam Francis: Exhibition of Drawings and Lithographs", San Francisco August-September 1967 / Los Angeles November-Dezember 1967
Der U.S. Amerikaner Sam Francis zählt zu den bedeutendsten Malern einer zweiten Generation von Abstrakten Expressionisten nach Jackson Pollock, Mark Rothko und Willem de Kooning. Francis Ortswechsel zwischen New York, Kalifornien, Europa – insbesondere Paris – und Japan machen sich in seinem Werk bemerkbar und befreien ihn zugleich, als rein amerikanischer Künstler rezipiert zu werden. Beeinflusst durch das europäische Informel sowie den Zen-Buddhismus entwickelt Francis ein OEuvre, dass fortan die Idee der Leere mit der Anwesenheit
der malerischen Präsenz zu vereinen sucht. So bündelt Francis Einflüsse aus Kalligrafie, Farbfeldmalerei und Action Painting in seinen Arbeiten, wobei sie stets eine eigene Schlüssigkeit bewahren.
Wiederkehrende Motive in seinen Arbeiten sind etwa die Verwendung dünnflüssiger Farbe, die das Weiß des Bildgrundes als tragendes Bildelement ausweist und darstellt. So bleiben auch bei unserer Papierarbeit größere Partien des Blattes unbemalt. Die Malerei ist durchzogen
von Linien, »Droppings« und organischen Formen, die sich um die Mitte des Bildes bewegen und eher an den Rand gedrängt scheinen. Francis entfaltet auf diese Weise
eine freie und suggestive Malerei, die die Grenze des Bildträgers ganz im Sinne des All-Overs überschreitet. In den Farbflächen meint man immer wieder Anspielungen an
Henri Matisses Scherenschnitte oder Hans Arps biomorpher Formen herauslesen zu können. Seine Werke beruhen gänzlich auf Gegensätzen wie Tempo und Ruhe, Ordnung und Chaos, die durch seine unterschiedlichen Maltechniken provoziert werden.
Form und Inhalt seiner Bilder ist jedoch ganz die Farbe selbst, die, wie in diesem Fall, unvermischt, in mehreren Schichten aufgetragen wird und eine intensive
Leuchtkraft entfaltet. Viele Künstler seiner Zeit beschäftigen sich vertiefend mit den Grundprinzipien von Malerei, was sich immer wieder in der Verwendung der Primärfarben offenbart. Doch wie bei keinem anderen Künstler, ist die Trias von Gelb, Blaut und Rot zu einem derart konsistenten Merkmal des OEuvres geworden wie bei Sam Francis.
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