Überblick Hermann Hesse, Tessiner Winterlandschaft mit eigenhändigem Brief, 1933
Tessiner Winterlandschaft mit eigenhändigem Brief
Aquarell und Tusche auf einem doppelseitigen Brief ; 1933 ; Darstellung: 6,8 x 7,5 cm Blatt: 21 x 13,5 cm
Signiert "H.H."
Eigenhändig beschriebener doppelseitiger Brief. Adressiert an Martha Redlhammer, die einer bedeutenden sudetendeutschen Unternehmerfamilie in Gablonz an der Neiße entstammte und mit Hesse seit Ende der Zwanziger Jahre in brieflichen Kontakt stand und ihn
Provenienz:
Martha Redlhammer, Gablonz; Nachlass Martha Redlhammer
Ende 1933

Verehrte gnädige Frau
Ich bin etwas beschämt, daß Sie
mich so beschenkt haben u. daß Sie auch
noch Umstände u. Verdruß mit der
Übersendung, dem Zoll etc. hatten.
Nun, die schöne Decke ist also richtig
u. wohlbehalten am 23.XII. hier
angekommen, und wurde mir am 24. von
meiner Frau auf den Weihnachtstisch
gelegt. Da waren noch andere Gaben,
4 schöne Grammophonplatten (dies ist
ja die einzige Art von Konzerten die
ich hier in meinem Dorf habe), eine
Bestrahlungslampe, die ich mir gewünscht
hatte, mehrere Bücher und etwas Mal-
papier, u. manche briefliche Grüße
von Bekannten u. Unbekannten. Wir hatten
ein kleines Bäumchen.
Nun sage ich Ihnen schönen herzlichen
Dank und sende Ihnen fürs neue Jahr
meine allerbesten Wünsche.
Möge vor allem der Satan aus Amerika
… Sie bald wieder verlassen!
Wir hatten seit 14 Tagen immer den
schönsten Sonnenschein trotzdem bin ich …
erkältet. Heute ist zum erstenmal
dichter Nebel vor den Fenstern und es will
nicht recht hell werden.

Von Herzen Dank und
Gute Wünsche
Ihr H. Hesse
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