Skulptur I

Skulptur I

13. November 2015 bis 24. März 2016

 

Vernissage: Donnerstag, 12. November 2015, 18–21 Uhr

 

Zum ersten Mal zeigt die Galerie Ludorff eine Ausstellung, die sich ausschließlich skulpturalen Arbeiten widmet. Es ist die letzte der vier Jubiläumsausstellungen zum 40jährigen Bestehen der Düsseldorfer Galerie. Zu sehen sind 40 Werke von 21 KünstlerInnen. Gut die Hälfte zählen zur Zeitgenössischen Kunst der letzten 30 Jahre.

Im Kontrast zu raumbezogenen Installationen und der Flüchtigkeit digitaler oder performativer Werke, sind es gerade die Materialien, die Plastizität und die räumliche Präsenz der Bildhauerei, die unsere Vorstellungskraft stimulieren. Zwischen den Skulpturen, dem Raum und dem Betrachter entwickelt sich ein Spannungsverhältnis. Skulpturen können aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden und die Unterschiedlichkeit der Materialien erzeugt einen großen Reiz, diese haptisch erfassen zu wollen.

Die Ausstellung in der Galerie Ludorff schlägt hier einen Spannungsbogen von figürlichen Positionen über die Vereinfachung der Naturformen als Ausdrucksmittel bis zur Abstraktion. Es werden Skulpturen von Stephan Balkenhol und Katharina Fritsch neben konzeptuellen Motivwelten von Thomas Demand präsentiert. Zu sehen sind u.a. Werke von Tony Cragg, Katharina Grosse und Imi Knoebel, sowie Arbeiten von Erwin Wurm, Martin und Brigitte Matschinsky-Denninghoff, Günter Uecker, Bernar Venet aber auch Ewald Mataré, Max Ernst und Käthe Kollwitz.

“Auch ein Blinder kann eine Plastik genießen, oder … es ist keine.” So wird Ewald Mataré zitiert. Mit fünf Arbeiten ist er in der Ausstellung prominent vertreten. Für den Lehrer von Joseph Beuys waren der Umgang mit Material und die Vereinfachung der Form von großer Bedeutung. Die ihm innewohnende besondere Ästhetik ist das, was in seinen Skulpturen zum Ausdruck kommen soll.

Imi Knoebel – der Beuys-Schüler – stellt neben der Objekthaftigkeit seiner Bilder den Bezug zum Raum in den Vordergrund und leitet über zu den Skulpturen von Tony Cragg, Martin und Brigitte Matschinsky-Denninghoff, Bernar Venet und George Rickey. Wobei letztgenannter Künstler neben der dritten auch die vierte Dimension, die Zeit, für seine Skulpturen beansprucht. Rickey, neben Alexander Calder einer der Hauptvertreter der kinetischen Kunst, versetzt seine fragilen Skulpturen in ein labiles Gleichgewicht. So thematisiert er die Gegensätze von Regungslosigkeit und Bewegung, von Rast und Ruhe, von Aktivität und passiver Bereitschaft.

Katharina Fritsch ist keine Bildhauerin, die unbedarft Illusion und Nachahmung des Vorgefundenen sucht. Das Unheimliche, das sich manchmal im Alltäglichen verbirgt, ist ihr großes Thema.

Im Zwischenfeld von Malerei und Installation erarbeitete sich Katharina Grosse eine ganz eigene Position; sie füllt oder überzieht Räume mit Farbnebel, die die Ortserfahrung des Betrachters zugleich verunsichern und steigern. Der Künstler Thomas Demand inszeniert seine Motivwelten mittels kleinteiliger Papier und Kartonmodelle. Diese aufwändigen Montagen vernichtet er nachdem er sie fotografiert hat. Sichtbar gemacht wird die skulpturale Leistung erst durch das entstandene Lichtbild.

Es erscheint ein Katalog.