Karin Kneffel

Karin Kneffel
22. Juni 2019 bis 29. September 2019

Karin Kneffel (*1957 in Marl) zählt zu den zentralen Vertreterinnen der zeitgenössischen Malerei. Bekanntheit erlangte sie in ihrem Frühwerk mit der realistischen Darstellung von überdimensionierten Früchten und einer Werkserie von in Nahsicht abgebildeten Tierportraits. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich nun mit komplexen Raum- und Zeitschichtungen und blickt mit mehrdeutigen Wahrnehmungs- und Bildstrategien auf die Kunst- und Architekturgeschichte. Die Ausstellung zeigt Kneffels künstlerische Entwicklung von den frühen 1990er-Jahren bis in die Gegenwart und umfasst monumentale Gemälde wie auch grafische Arbeiten.

Karin Kneffel studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie Meisterschülerin von Gerhard Richter war. Von 2000 bis 2008 lehrte sie als Professorin für Malerei an der Hochschule für Künste in Bremen. Seither ist sie Professorin an der Akademie der bildenden Künste in München. Die Werke von Karin Kneffel finden sich in Sammlungen wie dem Landesmuseum Bonn, dem Kunstmuseum Bremerhaven, dem Museum Frieder Burda, zahlreichen internationalen Galerien sowie Privatsammlungen.

Die Schau entsteht in Kooperation mit dem Museum Frieder Burda in Baden-Baden, wo sie im Anschluss vom 12. Oktober 2019 bis 8. März 2020 zu sehen ist.

Karin Kneffel in der Kunsthalle Bremen

Emil Nolde - Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus

Emil Nolde - Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus
12. April 2019 bis 15. September 2019

Die Ausstellung „Emil Nolde. Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus“ zeigt Emil Noldes künstlerisches Werk erstmals im historischen Kontext seiner Biografie und ideologischen Haltung. Seine Sympathien für die NS-Bewegung sind in Expertenkreisen seit langem bekannt, spielten jedoch in der öffentlichen Präsentation seiner Werke bisher kaum eine Rolle. Die Ausstellung soll daher sowohl eine künstlerische als auch historische Auseinandersetzung mit Noldes Werk und Leben ermöglichen, die den dynamischen Charakter des Verhältnisses zwischen Künstler, Werk und Rezeption thematisiert.

Nolde selbst veranlasste gar testamentarisch die Veröffentlichung seiner schriftlichen Erzeugnisse, darunter seine Autobiografien und Briefe. Offensichtlich war er davon überzeugt, dass ein besseres Verständnis der Innenwelt des Künstlers beim Betrachter auch zu einem tieferen Verständnis der betrachteten Werke führen würde. Tatsächlich lässt sich die Frage Künstler und Werk in der Öffentlichkeit aber nicht vom Thema Nolde und Nationalsozialismus trennen – während der NS-Diktatur, aber auch in den Jahren nach 1945.

Die Nationalgalerie spielt historisch eine zentrale Rolle in der Konstruktion der Noldeschen Künstlerlegende. Das Nolde-Ausstellungsprojekt knüpft nun – durchaus selbstkritisch – an jüngst gezeigte Ausstellungen wie die „Entartete Kunst“-Rekonstruktion und „Die Schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933 – 1945“ an und führt die „aufklärerische“ Tradition des Hauses fort.

Emil Nolde im Hamburger Bahnhof

Franz Marc/ August Macke. Das Abenteuer des Blauen Reiter

Franz Marc/ August Macke. Das Abenteuer des Blauen Reiter.
6. März 2019 bis 17. Juni 2019

Diese Ausstellung präsentiert zwei zentrale Protagonisten des deutschen Expressionismus und der Künstlerbewegung "Der Blaue Reiter": Franz Marc (1880-1916) und August Macke (1887-1914). Ab 1910 verbindet die beiden Künstler eine Freundschaft aufgrund ihres gemeinsamen Interesses für die französische Kunst und im Besonderen Cézanne, Van Gogh, Gauguin und den Fauvismus, den sie bei ihrem Aufenthalt in Paris entdecken. Beide drücken in ihren ersten Gemälden, die oft im Freien gemalt werden, dieselbe spirituelle Faszination für Landschaft und Natur aus.

Zum Zeitpunkt ihrer Begegnung mit Wassily Kandinsky (1911) und der Gründung des Almanachs "Der Blaue Reiter" nimmt ihre Malerei eine zunehmend radikale und stilisierte Wendung. Franz Marc gibt die Freiluftmalerei auf und beginnt, seine berühmten blauen Pferde zu malen, nach denen die Zeitschrift benannt wurde. Marc gibt gemeinsam mit Kandinsky den Almanach heraus, und August Macke sammelt ethnographische Darstellungen und verfasst eine Studie zu afrikanischen Masken. Sie sind künstlerisch äußerst aktiv und beteiligen sich ebenfalls an der Organisation internationaler Ausstellungen der Avantgarde-Bewegung wie 1912 in Köln und 1913 in Berlin, während sie gleichzeitig ihre eigene künstlerische Entwicklung fortführen. Somit wendet sich Franz Marc, der von der Ausstellung der italienischen Futuristen und den Gemälden von Robert Delaunay anhaltend geprägt wird, 1913 der Abstraktion zu. Macke wiederum sollte sich von der intellektuellen Spiritualität von Kandinsky distanzieren und ein offensichtlicheres Verhältnis zwischen Mensch und Natur bevorzugen, u.a. auf seiner Reise nach Tunesien in Begleitung von Paul Klee.

Beide Künstler werden ab August 1914 eingezogen und sterben an der Front. Ihre künstlerische Hinterlassenschaft ist unvollständig, aber emblematisch für eine hedonistische, schillernde und faszinierende Ausprägung des deutschen Expressionismus.

Franz Marc und August Macke im Musée d'Orsay Paris